Jonas ist dreizehn. Für sein Alter bringt er zu viel Gewicht auf die Waage, sprich er ist adipös (stark übergewichtig). Was tun? Diese Frage stellten sich die Eltern und konfrontierten damit Arzt und Krankenkasse. Und die hatten einen guten Rat! Jonas wurde in das Schulungsprogramm OBELDICKS für massiv übergewichtige Kinder/Jugendliche und ihre Eltern aufgenommen.
Mit ihm noch sieben weitere Kids, die das besagte Programm seit Ende August diesen Jahres absolvieren. Nach gut vier Monaten der aktiven Teilnahme berichtete Jonas stolz, er habe sich im Sommer entschieden das Programm in Angriff zu nehmen. Er habe viel Spaß an der Bewegung, sei inzwischen sieben Kilogramm leichter geworden und schreibe auf einmal viel bessere Noten in der Schule. „Mir macht es richtig Laune, mich in der Turnhalle mit anderen Kindern mal austoben zu können. Ich werde das Programm bis zum August 2011 auf jeden Fall weiterhin durchziehen“ erklärt der Junge im Brustton der Überzeugung. Ähnlich geht es auch den weiteren Teilnehmern, die allesamt inzwischen eine Teilnahmepflicht haben, da OBELDICKS von den Krankenkassen mitfinanziert wird.
Ziel des Programms ist es, die Lebensgewohnheiten zu verändern, die zu Übergewicht führen: mangelnde Bewegung, unausgewogene, kalorienreiche Ernährung und ungünstiges Essverhalten. Dabei steht nicht die Gewichtsabnahme durch Diät im Vordergrund, sondern eine dauerhafte
Gewichtsstabilisierung der noch wachsenden Kinder und Jugendlichen durch Verhaltensänderung. Die einjährige ambulante Schulung OBELDICKS setzt sich zusammen aus Ernährungs-, Verhaltens- und Bewegungstherapie. Ganz wichtig ist dabei, dass die Schulung den Kindern und Jugendlichen Spaß bereitet und sich günstiges und gesundes Ess- und Bewegungsverhalten dauerhaft einstellt.
Grundlage des Ernährungskurses ist die vom Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund empfohlene optimierte Mischkost, die eine gesunde Ernährung entsprechend der Empfehlungen der deutschen Gesellschaft für Ernährung darstellt. Beim gemeinsamen Kochen wird das Ampelsystem für Nahrungsmittel eingeführt, an dem sich die Eltern und Kinder auch nach Ende der Schulung sehr leicht orientieren können. Das Verhaltenstraining umfasst neben einem Essverhaltenstraining die Förderung der Selbstbehauptung und Problemlösefähigkeit und vermittelt z.B. Tipps wie man sein Essverhalten auch in schwierigen Situationen meistern kann. Die Bewegungstherapie stärkt über Spaß an der Bewegung das Selbstbewusstsein der Kinder, vermittelt ein neues Körpergefühl und ermöglicht damit langfristig den Zugang zu mehr körperlicher Aktivität.
Netzwerk geknüpft und Kooperation vereinbart
Die Kinder treffen sich einmal pro Woche zur Bewegungstherapie, zum Ernährungskurs und zum Verhaltenstraining in der Jahnturnhalle des TV Dillenburg, der als einer der Kooperationspartner fungiert. Den Eltern wird im Rahmen von Elternabenden und Einzelgesprächen Hilfestellung für die Unterstützung ihrer Kinder gegeben und die Theorie und Praxis einer optimierten Kost dargeboten. Daneben geben Elterngesprächskreise ausreichend Möglichkeit zum gegenseitigen Austausch. Initiatorin des Projektes ist Heike Hardt, die als Zertifizierte Diätassistentin die Kontakte zu den verschiedenen Disziplinen herstellte. Die ärztlichen Untersuchungen leistet die Gemeinschaftspraxis Dr. Roland Mader + Anton Gojanaj als Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin; den Ernährungspart deckt Andrea Schepp als Zertifizierte Diätassistentin ab und das richtige Essverhalten vermittelt Kristin Zimmermann als Diplom-Psychologin. Bleibt in diesem Netzwerk noch der zeitaufwändigste Bewegungsteil, den die Fachübungsleiterin mit dem Schwerpunkt Sport in der Prävention, Claudia Göbel, abdeckt.
MdB Priska Hinz (Bündnis 90/DIE GRÜNEN) stattet Besuch ab
Nach dem Motto: „Tue Gutes und rede darüber“ informierte der Geschäftsführer des TV Dillenburg, Eberhard Göbel, auch politisch Verantwortliche aus der heimischen Region. Da ließ sich die
Bundestagsabgeordnete Priska Hinz, früher selbst in einer Kindertagesstätte beruflich aktiv, nicht zweimal bitten und stattete den Kindern/Jugendlichen, Eltern, dem Leitungsteam des Programms und dem Präsidium des TVD in Begleitung des Dillenburger Stadtverbandes ihrer Partei einen Besuch ab.
Ihr sei, so die Grünen-Politikerin, besonders daran gelegen, die Krankenkassen zu sensibilisieren, mehr Geld in solche präventive Maßnahmen zu geben, damit die gesundheitlichen Spätfolgen den Gesundheitsetat nicht überlasten. Mit dem Dank für die Einladung übergab die Bundestagsabgeordnete eine Spende für das in Kürze zu montierende Action-Center (Bewegungslandschaft); dieser schönen Geste schloss sich der Stadtverband von Bündnis 90/DIE GRÜNEN ebenfalls mit einer Spende an.
Sportjugend Hessen bezuschusst das Action-Center
Zwei Fliegen mit einer Klappe konnte Präsident Jörg Rosenkranz bei der Zusammenkunft schlagen. Als weiteren Gast begrüßte er Uwe Hermann, der im Sportkreis 15 Dillenburg die Interessen der Sportjugend als Sprecher vertritt. Dieser war von dem Vorhaben ein Action-Center vor allem für Kinder zu installieren so überzeugt, dass er mit seinen Mitstreitern im Vorstand prompt beschloss, dieses Vorhaben mit 1.000,-- € zu fördern. Den entsprechenden Bewilligungsbescheid übergab er im Rahmen des Treffens.
Am Rande des Treffens verständigten sich TV Dillenburg und Sportjugend Hessen darauf, den Spielgerätepool der Sportkreisjugend in die Jahnturnhalle zu verlagern, damit dieser zentral und ebenerdig erreicht werden kann. Der Turnverein Dillenburg – und darauf legt Präsident Jörg Rosenkranz besonderen Wert – wird sich zukünftig immer mehr den gesellschaftlichen, schulischen und demographischen Entwicklungen mit neuen Angeboten stellen. Darauf zielt die in Angriff genommene Neustrukturierung des Vereins ab, der neben den bewährten Angeboten betreut durch qualifizierte Übungsleiter neue Angebote in sein Spektrum aufnehmen will.