Hessische Meisterschaften im Schwimmen auf den langen Strecken
Einen Riesenerfolg feierte der Dillenburger Paul Henrich bei den hessischen Meisterschaften im Schwimmen „Lange Strecken“ auf der 50-m-Bahn im Westbad in Gießen. Über 400 m Lagen war er im Jahrgang 1999 nicht zu bezwingen. Die Dillenburger gewannen zudem noch zweimal Silber und viermal Bronze.
Nach der Hälfte der Strecke über 400 m Lagen sah es nach einem Zweikampf zwischen Paul Henrich und Nikola Djordjev (Gelnhausen) aus. Der Dillenburger führte mit 0,8 Sekunden. Während der Konkurrent aus Gelnhausen dem hohen Anfangstempo Tribut zollen musste, schwamm Paul Henrich auf dem gleichen hohen Niveau weiter und wehrte auch den Angriff des Usingers Nils Wilhelm ab, den er im Ziel um 2,35 Sekunden hinter sich ließ. Einen weiteren Edelmetallgewinn verpasste Paul Henrich auf der 1500 m Freistilstrecke, wo er auf dem ungeliebten vierten Platz landete. Allerdings deutlich hinter den Dreien, die die Podiumsplätze erreichten.
In der nicht oft geschwommenen kräfteraubenden Strecke über 800 m Lagen wurde Martin Weber in der offenen Wertung drittschnellster Hesse. Nach 500 m noch auf Rang fünf, lag er nach 600 m bereits auf dem vierten Platz und auf den beiden Schlussbahnen ließ er dem bis dahin vor ihm platzierten Philipp Forster (Wiesbaden) keine Chance mehr.
Nach seiner Lieblingsstrecke, dem Schmetterlingsschwimmen, führte Martin Weber in seiner Altersklasse über 400 m Lagen noch das Feld an. Den entscheidenden Rückstand kassierte der Eibacher auf der Rückenstrecke. Danach gelang es ihm nicht mehr an den Sieger Gianni Ferrero (Wiesbaden) heranzukommen.
Firat Aydin schien über 400 m Lagen dem Titel entgegen zu schwimmen. Er legte los „wie die Feuerwehr“ und hatte nach 100 m bereits sechs Sekunden Vorsprung. Der Vorsprung schmolz auf den beiden nächsten Lagen zwar, aber nach 300 m lag der TVDler noch immer auf Goldkurs. Im Endspurt wurde Valentin Schulz (Darmstadt) immer stärker. Firat Aydin bot ihm aber bis zum Schluss Paroli und beide erreichten zeitgleich das Ziel. Durch Zielrichterentscheid wurde der Schützling von Ralf Hermann auf Platz zwei gesetzt.
Ähnlich wie auf der Lagenstrecke der Verlauf des Rennens über 1500 m Freistil für Firat Aydin. Er wollte die Konkurrenz schocken und lag nach 100 m vorn. Die Langstrecken-Spezialisten hatten sich das Rennen aber besser eingeteilt. So rutschte der Dillenburger, der seine Stärke auf den kürzeren Strecken hat, auf Platz vier ab.
Großer Jubel bei Julius Schenk über den Gewinn der Bronzemedaille auf der 400 m Lagenstrecke. Nach 100 m noch auf Platz zwei rutschte er danach auf Position drei ab. Diesen Platz ließ sich der WvO-Schüler allerdings nicht mehr nehmen und hatte vor dem Viertplatzierten ein Polster von über elf Sekunden. Mit der Medaille im Gepäck ging Julius Schenk das Rennen über 1500 m Freistil ganz locker an. Er gestaltete zumindest den Anfang gegen die späteren Erst- und Zweitplatzierten Emanuel Nörrenberg (Stadtallendorf) und Hendrik Schamber (Gelnhausen) offen. Obwohl der Fellerdillner die beiden ziehen lassen musste, war der zweite Medaillengewinn für ihn nie in Gefahr.
Lange hielt Annika Gruber im Zweikampf zwischen Michelle Hinkelmann (Fulda) und Marcia-Mariel Erhart (Darmstadt) mit. Erst gegen Ende musste sie etwas abreißen lassen. Den Bronzeplatz ließ sie sich aber nicht mehr nehmen und hatte gegenüber der Viertplatzierten Laura Frackowski (Frankfurt) einen Vorsprung von über sieben Sekunden.
Über 400 m Lagen war Selina Schneider nach 300 m noch Sechste. Dann rutschte sie noch auf Rang acht ab, wobei unter anderem auch ihre Vereinskameradin Annika Gruber an ihr vorbeizog. Ihr gelang es durch den tollen Endspurt sich noch von Platz neun auf Platz sechs zu verbessern.
Nicht in die Entscheidung eingreifen konnten Johanna Laetitia Keßler, Lisa-Marie Lange, Selina Schneider und Lea-Sophie Ernst über 800 m Freistil. Nicht besser erging es Maximilian Wolf über 1500 m Freistil. Da es über 1500 m Freistil bei den Frauen nur eine offene Wertung gab, half es Annika Gruber und Selina Schneider nichts, dass sie von den Schwimmerinnen des Jahrgangs 1996 die Nummer zwei und drei waren.
Die Ergebnisse der Schwimmer des TV Dillenburg:
Schwimmerinnen
800 m Freistil, Jg 2001: 7.Johanna Laetitia Keßler 14:21,55; Jg 2000: 16. Lea-Sophie Ernst 13:58,23; Jg 98: 13. Lisa-Marie Lange 11:14,26; Jg 96: 3. Annika Gruber 10:08,08, 15. Selina Schneider 10:46,08.
1500 m Freistil, offen: 8. Annika Gruber 19:22,36, 13. Selina Schneider 20:29,25.
400 m Lagen, Jg 96: 6. Annika Gruber 5:40,08, 8. Selina Schneider 5:41,65.
Schwimmer
1500 m Freistil, Jg 2000: 11. Maximilian Wolf 24:43,38; Jg 99: 4. Paul Henrich 22:53,15; Jg 98: 4. Firat Aydin 20:19,36; Jg 95: 3. Julius Schenk 18:09,13.
400 m Lagen, Jg 99: 1. Paul Henrich 6:06,46; Jg 98: 2. Firat Aydin 5:36,73; Jg 95: 3. Julius Schenk 5:16,09; Jg 92/93: 2. Martin Weber 4:50,02.
800 m Lagen, offen: 3. Martin Weber 10:14,36.